
Der 3. August 1972 markiert einen der einschneidendsten Tage in der Geschichte unseres Vereins. Aus bis heute nicht vollständig geklärter Ursache – vermutlich durch eine achtlos entsorgte Zigarette – brannte das überwiegend aus Holz errichtete Clubhaus vollständig nieder. Lediglich die gemauerten Umkleideräume blieben erhalten.
Mit dem Brand ging nicht nur das bauliche Herzstück des Vereins verloren. Für die Pächter Helga und Franco Melega, die mit großem Engagement und hervorragender Gastronomie dem „Restaurant Tennisclub“ weit über Eschersheim hinaus einen Namen gemacht hatten, bedeutete das Feuer den plötzlichen Verlust ihrer Existenzgrundlage. Auch nahezu sämtliche Vereinsunterlagen wurden zerstört – Dokumente, die heute wertvolle Zeugnisse unserer Geschichte wären.
Das Zentrum unseres Vereinslebens war innerhalb weniger Stunden verschwunden.
Dass der Verein diese Krise überstand, war keineswegs selbstverständlich. Zwei Faktoren erwiesen sich jedoch als entscheidend.
Zum einen zahlten sich langjährige freundschaftliche Kontakte zu anderen Frankfurter Tennisvereinen aus. Die Tennisabteilung von Eintracht Frankfurt sowie die SKG Frankfurt boten spontan Unterstützung an. Eintracht Frankfurt ermöglichte uns noch 1972 die Teilnahme an ihrem Abschlussfest – eine Geste, die wir aus eigener Kraft kaum hätten realisieren können. Darüber hinaus boten beide Vereine an, ihre Anlagen für die Durchführung der Medenrunden mit zu nutzen. Auch wenn dieses Angebot dank günstiger Wetterbedingungen letztlich nicht in Anspruch genommen werden musste, gab es dem Verein in einer schwierigen Phase wichtigen Rückhalt.
Zum anderen zeigte sich eine beeindruckende innere Geschlossenheit. Die Mitglieder standen zusammen, leisteten erhebliche finanzielle Beiträge zum Wiederaufbau und organisierten das Vereinsleben mit bemerkenswertem Improvisationstalent neu.
Auf der Liegewiese an der Ostseite der Anlage entwickelte sich in den folgenden zwei Jahren ein lebendiges, kreatives und gemeinschaftliches Vereinsleben. Wochenenden wurden zu langen, geselligen Tagen: Frühschoppen, Grillabende, Kaffee und Kuchen, gemeinsames Tennisspielen und Aktivitäten mit der Jugend prägten diese Zeit.
Viele Mitglieder erinnern sich noch heute an diese Phase als besonders intensiv und verbindend. Man blieb nicht nur zum Tennisspielen – man blieb, um Zeit miteinander zu verbringen. Der Verein rückte enger zusammen.
Als das neue Clubhaus im Herbst 1974 schließlich fertiggestellt war, bedeutete dies zwar die Rückkehr zu geregelten Strukturen – doch die Erfahrungen der improvisierten Jahre hatten Spuren hinterlassen.